Pilgerreise in die Ewige Stadt
Balve/Rom - Am späten Samstagabend, den 7.Juni kam die Pilgergruppe des Malteser Hilfsdienst aus dem Erzbistum Paderborn wieder in ihrer Heimat an. Insgesamt waren über eintausend Wallfahrer vor einer Woche mit 30 Bussen aus allen Teilen Deutschlands nach Rom gestartet.
Aus Balve reihten sich neben Pfarrer Dr. Richter, noch drei Helfer und eine Teilnehmerin aus Mellen in die große Pilgerschar ein. Der Paderbornern Wallfahrtsbus, hatte neben Helferinnen und Helfern der Malteser auch 7 behinderte Teilnehmer mit Rollstuhl an Bord.
Aus dem Gerngedanken des Malteserauftrags "Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen." unternehmen die Malteser in regelmäßigen Abständen Pilgerfahrten.
Nach der zweitägigen Anreise mit einer Zwischenübernachtung in Sterzing (Südtirol) kamen die Wallfahrer mit den anderen Pilgern aus allen Diözesen Deutschlands am Sonntagabend in Rom an.
Am Morgen des ersten Tages begleitete eine Motorradeskorte der italienischen Polizei den Buskonvoi zum Zentrum der Christenheit, den Petersplatz. Hier wurden die Gräber der letzten Päpste besucht und die überwältigende Größe des Petersdoms erfahrbar.
Am späteren Nachmittag feierte der Bundesseelsorger, Weihbischof em. Dr. Klaus Dick die heilige Messe im Petersdom. Hier durfte auch der Balver Ministrant, Markus Ickler mit einem Kollegen aus Dortmund den Dienst am Altar verrichten. "Ein Erlebnis, dass ich so schnell nicht wieder vergessen werde, in der zentralen Kirche der Christenheit Ministrant gewesen zu sein." berichtet der Kreisbeauftragte Markus Ickler über diese bewegende Feier.
Am Dienstag meinte Petrus es leider nicht so gut mit den Pilgern. Im strömenden Regen zog die gesamte Pilgerschar in die Basilika St. Paul vor den Mauern. Hier zelebrierte Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo mit Weihbischof em. Dr. Klaus Dick und Weihbischof em. Ostermann aus Münster sowie der etwa 30 Geistlichen des MHD eine feierliche Festmesse. Eine Stadtrundfahrt und ein Rundgang schlossen sich dem Gottesdienst bei strahlendem Sonnenschein an. Der Weg führte am berühmten Trevi-Brunnen und der Spanischen Treppe vorbei zum Regierungssitz des Malteser Ritterordens in der Via Condotti.
Viele Maltesergruppen trafen sich im Innenhof des Regierungsgebäudes. Plötzlich tauchte auch der neue Großmeister Fra´ Matthew Festing auf und begrüße die Malteser herzlich.
"Eine sicher einmalige Begegnung, von der wir noch lange zehren werden." entgegnet der Stadtgeschäftsführer, Raimund Neuhaus gegenüber dieser Zeitung.
Am Mittwoch stand der Höhepunkt der Pilgerfahrt auf dem Programm, die Generalaudienz beim Heiligen Vater. Bei strahlendem Sonnenschein füllte sich der große Petersplatz sehr schnell. Die behinderten Pilger mit jeweils einer Begleitperson konnten ganz vorne ihren Platz einnehmen. Alle anderen Teilnehmer und Helfer bekamen die Plätze etwas weiter hinten zugewiesen. Viele Malteser Banner und Transparente zierten den Petersplatz, sodass die wohl größte Pilgergruppe nicht zu übersehen war. Der Hl. Vater fuhr mit seinem Papamobil durch die Reihen und kam der Paderborner Gruppe sehr nahe. "Dieses Erlebnis werde ich noch lange in Erinnerung behalten. Ich danke den Maltesern, dass sie mir so etwas ermöglichen." freut sich eine Teilnehmerin aus Balve-Mellen.
Nach einer kurzen Mittagspause im Hotel wurde der Buskonvoi zur Basilika Santa Maria Maggiore geführt. Hier wurde wieder eine Heilige Messe gefeiert. Zum Ende des Gottesdienstes segnete der Hauptzelebrant Walter Kardinal Kasper, Vorsitzender der Kongregation für Ökumene, mit den Konzelebranten alle behinderten Teilnehmer.
Am Abend wurde noch ein Ausflug nach Trastevere unternommen, wo Pfarrer Dr. Richter die alten Gedenktafeln vor der Kirche Santa Maria erklärte. Nach einem launigen Abendessen in einem kleinen Restaurant kehrten alle Wallfahrer mit den vielen Eindrücken des Tages wieder zum Hotel zurück.
Der letzte Tag in Rom führte die Gruppe zur alten Hafenstadt Ostia Antica.
Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, Wallfahrtsleiter der Gruppe aus Fulda/Limburg gab viele hinwiese zum Leben in der Antike und führte die Wallfahrer durch die große Ausgrabungsstätte. Für die Helfer und Teilnehmer war dies schon eine Herausforderung auf den alten Wegen mit den großen Steinplatten zu wandeln. Doch die vielen Helfer fasten alle kräftig mit an, sodass auch die Rollstuhlfahrer die Wege bewältigen konnten.
Nach einem Mittagessen in einem Restaurant nahe dem Meer sammelten sich die 30 Malteser Busse auf einem zentralen Platz. Von dort startete der größte Konvoi durch die römischen Straßen. Mit waghalsigen Fahrkünsten geleitet die Polizei mit Ihren schweren Maschinen die Malteser sicher durch den dichten Verkehr zum Aventin.
In der Kirche Santa Sabina, eine der ältesten Kirchen, wurde zum Abschluss der Pilgerfahrt wieder eine eindrucksvolle hl. Messe gefeiert. Zum Ende des Gottesdienstes ergriff der Präsident des Malteser Hilfsdienst, Dr. Constantin von Brandenstein Zeppelin das Wort und dankte den vielen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement. Seine Hoheit und Eminenz, der Großmeister des Malteser Ritterordens Fra´ Matthew Festing begrüßte die Malteser besonders herzlich und lud alle zu einem bunten Fest auf den Vorplatz der Villa Malta ein. Hier luden auch die Gärten um die Villa Malta zum wundervollen Ausblick über Rom bis zum Vatikan ein.
"Arrivederci Rom" mussten die Malteser am Morgen des 6. Juni dann sagen. Die Hotels wurden geräumt und die Rückfahrt mit einem Zwischenstopp in Sterzing am Brennerpass lag vor der Paderborner Pilgergruppe.
Unterwegs traf man auf den Raststätten immer wieder auf andere Maltesergruppen, die auch auf der Fahrt in die Heimat waren. Nach einem launigen Abend, wo sich auch die Bundesleitung aus Köln zur Paderborner Gruppe gesellte, fielen die Malteser dann doch in ihre Betten im Hotel Mondschein.
Auf der letzten Etappe der Heimfahrt wurde im Bus noch einmal gebetet und gesungen.
Für den geistlichen Wallfahrtsleiter, Pfarrer Dr. Reinhard Richter war diese Wallfahrt eine Erfahrung, die er noch nie gemacht hat. "Diese Woche mit unseren behinderten Teilnehmern war für mich ein ganz neues Erlebnis. Mit wie viel Liebe und Einsatz die Malteser und Angehörigen hier am Werk sind ist schon unbeschreiblich." dankte Pfarrer Dr. Richter allen Helferinnen und Helfern für die Sorge und Hilfe während dieser Pilgerfahrt.


