
- Die Leiterin der Einsatzeinheit im Märkischen Kreis, Kristina Stadelhofer aus Balve (links) saß mit den Kollegen aus Dortmund in der Einsatzleitung und koordinierte die Betreuungsstelle.
Größte Bevölkerungsschutzübung der Malteser seit Jahren im Erzbistum Paderborn
Bombenfund in Soest rief die Malteser zum Einsatz
(Balve - Kreis Soest) Zum ersten Mal haben Ende Oktober die Malteser aus dem Erzbistum Paderborn das neue Betreuungskonzept des Landes NRW im Kreis Soest in der Praxis geübt. Als Rahmen der Übung wurde nach einem (fiktiven) Bombenfund in Soest und der angeordneten Evakuierung der Anwohner ein Betreuungsplatz für 250 Betroffene in festen Gebäuden eingerichtet, der - und auch das war bei dieser Übung einmalig - von den über 150 Übungsteilnehmern aus insgesamt sechs Kreisen (Kreis Paderborn, Märkischer Kreis, Hoch-Sauerland-Kreis, Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreis Soest und der Stadt Dortmund) über mehr als 30 Stunden betrieben werden musste.Zur Übung gehörte aber zunächst einmal der Marsch mit Fahrzeugen zum Einsatzort. Dann folgte nach der Erkundung der Liegenschaft, einer ehemaligen Kaserne, und der Einteilung der Kräfte das Einrichten der einzelnen Quartiere, Aufstellen der Betten, Herrichten der Gemeinschaftsräume, Vorbereiten der Essensausgabe, aber auch das Aufstellen einer Hausordnung mit der Regelung der Duschzeiten für Männer und Frauen.
Zwei Einsatzeinheiten aus Dortmund und dem Märkischen Kreis bekamen zunächst gemeinsam den Auftrag, den Betreuungsplatz zu betreiben. Die Kräfte mussten daher umstrukturiert und eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet werden. Nach acht Stunden erfolgte dann die Übergabe an die Einheiten aus den Kreisen Siegen und dem Hochsauerland, die wiederum am Sonntag von den Einheiten aus den Kreisen Paderborn und Soest abgelöst wurden. Auch diese Übergabe eines sich im Betrieb befindlichen Betreuungsplatzes war ein Novum im Übungskalender der Malteser im Erzbistum Paderborn.
Eine logistische Herausforderung war die Verpflegung der fast 250 "Betroffenen" mit insgesamt drei warmen Mahlzeiten sowie frischen Brötchen am Sonntagmorgen - unter Berücksichtigung der Altersklasse und bekannter Lebensmittelallergien. Um realistische Bedingungen simulieren zu können, war die jüngste der über 150 Übungsteilnehmerinnen und Teilnehmer ½ Jahr alt.
Alles in allem sind Ulrich Damm, Leiter Einsatzdienste der Malteser in der Erzdiözese Paderborn, mit seinem Leitungsteam und Katastrophenschutzreferent Franz-Anton Becker mit dem Verlauf der Übung zufrieden. Natürlich lief noch nicht alles rund und einige Aktionen dauerten länger als im Übungsplan vorgesehen, aber das sei eben die Realität. Mit wichtigen Erkenntnissen und Erfahrungen aus diesen zwei Tagen gehen die Katastrophenschutzexperten jetzt in Klausur, denn schon in vier Wochen werden weitere sechs Einsatzeinheiten der Malteser aus dem Erzbistum Paderborn in gleicher Weise gefordert sein.

- Für die Kinder wurden durch Erzieherinnen einige Spiele organisiert, damit sie sich nicht langweilen mussten.


